F-Gase-Verordnung 2026: Wiener Heizungsbetriebe

Die Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase ist seit dem 11. März 2024 in Österreich verbindlich. Für Wiener Heizungsfachbetriebe bedeutet das konkret: Wer an Wärmepumpen, Klimaanlagen oder Kältesystemen arbeitet, braucht eine gültige Personenzertifizierung. Das Kältemittel R410A ist seit dem 1. Januar 2025 in Neugeräten verboten. Gleichzeitig zeigen aktuelle Marktdaten einen Absatzrückgang von minus 21,86 Prozent bei Heizungswärmepumpen in Österreich für 2025, was den Regulierungsdruck für die Branche weiter verschärft.

Kurz erklärt

  • Die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 verpflichtet Installateure seit 2024 zur Personenzertifizierung, auch bei natürlichen Kältemitteln wie R290 (Propan).
  • R410A darf seit dem 1. Januar 2025 nicht mehr in neuen Heizgeräten eingesetzt werden.
  • Der Wärmepumpenabsatz sank 2025 in Österreich um 21,86 Prozent auf 35.846 installierte Geräte.
  • Wiener Installateure kosten laut einer AK-Erhebung von Juli bis November 2025 durchschnittlich 90 Euro pro Stunde, im Notdienst bis zu 522 Euro pro Stunde.

Was schreibt die F-Gase-Verordnung Heizungsbetrieben konkret vor?

Die Verordnung (EU) 2024/573 schreibt vor, dass alle Personen, die an Anlagen mit fluorierten oder natürlichen Kältemitteln arbeiten, eine anerkannte Personenzertifizierung nachweisen müssen. Neue Zertifizierungsprogramme mussten bis September 2025 eingerichtet sein. R410A ist seit Januar 2025 in Neugeräten unzulässig.

Besonders weitreichend ist eine Neuregelung, die viele Betriebe zunächst unterschätzten: Auch Anlagen mit natürlichen Kältemitteln wie R290 (Propan) erfordern jetzt eine Zertifizierung des Installateurs. Bislang galten natürliche Kältemittel als regulatorisch unkomplizierter, weil sie nicht unter frühere F-Gase-Regelwerke fielen. Das hat sich geändert. Wer als Fachbetrieb Wärmepumpen installiert, die mit Propan arbeiten, muss seine Mitarbeiter:innen zertifiziert haben, andernfalls droht die Installation als nicht regelkonform zu gelten. Die Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, die laut eigenen Angaben 6.880 Mitgliedsbetriebe mit 40.400 Beschäftigten vertritt, hat über die WKO entsprechende Zertifizierungsangebote kommuniziert. Für kleinere Wiener Betriebe mit wenigen Monteuren bedeutet das organisatorischen und finanziellen Mehraufwand, der sich unmittelbar auf Angebotspreise auswirkt.

Wie verändert das Kältemittelverbot den Wärmepumpenmarkt in Österreich?

Das Verbot von R410A in neuen Geräten seit dem 1. Januar 2025 zwingt Hersteller und Installateure gleichermaßen zur Umstellung auf alternative Kältemittel. Für den Wiener Fachbetrieb heißt das: neues Werkzeug, neue Schulungen, neue Lagerlogistik für Kältemittel.

Die Marktdaten für 2025 zeigen ein widersprüchliches Bild. Laut HLK war die Wärmepumpe mit 36.100 verkauften Stück das meistverkaufte Heizungssystem in Österreich überhaupt. Gleichzeitig meldete Handwerk und Bau für Heizungswärmepumpen einen Rückgang von 21,86 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 35.846 installierte Geräte. Der Gesamtmarkt für Heizungsanlagen schrumpfte 2025 sogar um 11 Prozent. Einziger Lichtblick: Brauchwasser-Wärmepumpen legten um 4,28 Prozent zu und erreichten 9.483 installierte Einheiten. Das deutet darauf hin, dass Konsumenten zwar weiter in effiziente Warmwasserlösungen investieren, den größeren Schritt zur Gebäudeheizung aber zunehmend aufschieben. Für Wiener Installateure verschärft sich dadurch der Wettbewerb um ein schrumpfendes Auftragsvolumen, während gleichzeitig die Zertifizierungskosten steigen.

Welche Rolle spielen Vermittlungsportale für zertifizierte Betriebe in Wien?

In einem regulierten Markt mit strengen Zertifizierungspflichten gewinnt die Nachweisbarkeit von Qualifikationen an Bedeutung. Für Auftraggeber in Wien wird es relevanter zu wissen, ob ein Betrieb tatsächlich über gültige F-Gase-Zertifizierungen verfügt, bevor ein Auftrag vergeben wird.

Das Portal wieninstallateur.at vermittelt in allen 23 Wiener Bezirken geprüfte und lizenzierte Fachbetriebe für Heizungsinstallation, Gas, Wasser und Sanitär. Das Leistungsspektrum umfasst Thermenwartung, Abflussreinigung und einen 24-Stunden-Notdienst. Wer über das Portal einen Betrieb beauftragt, kann davon ausgehen, dass die dort gelisteten Fachbetriebe geprüfte Lizenzen nachweisen. In einem Marktumfeld, das durch die Verordnung (EU) 2024/573 neue Zertifizierungspflichten eingeführt hat, ist diese Vorauswahl für Auftraggeber ein praktischer Filter. Die Fachgruppe Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker zählt österreichweit 6.880 Betriebe, in Wien konkurrieren viele davon um dasselbe Kundensegment. Die Zertifizierungsanforderungen der F-Gase-Verordnung wirken dabei als Selektionsmechanismus: Betriebe ohne aktuelle Nachweise scheiden für bestimmte Aufträge schlicht aus.

Was kostet Heizungsinstallation in Wien aktuell, und wie wirkt die Regulierung auf Preise?

Laut AK-Erhebung Wien aus dem Zeitraum Juli bis November 2025 kostet ein Installateur im Schnitt 90 Euro pro Stunde. Die Spanne reicht von 57 bis 138 Euro, im Notdienst-Thermenservice bis zu 522 Euro pro Stunde.

Diese Preisunterschiede sind nicht zufällig. Zertifizierte Fachkräfte können und werden höhere Stundensätze verlangen, insbesondere wenn die Qualifikation gesetzlich vorgeschrieben ist. Die F-Gase-Verordnung schafft damit faktisch eine Preisuntergrenze für zertifizierungspflichtige Arbeiten. Gleichzeitig meldete die KMU Forschung Austria für das erste Halbjahr 2025 einen nominellen Rückgang der Auftragseingänge bei Installateur:innen von 4,8 Prozent. Der Branche fehlen also Aufträge, während die Fixkosten durch Zertifizierungsprogramme steigen. Die Statistik Austria weist für die Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik in Österreich für Mai 2026 einen Produktionswert von 7.523 Millionen Euro und eine Bruttowertschöpfung von 2.795 Millionen Euro aus. Das zeigt: Die Branche hat wirtschaftliches Gewicht, steht aber unter strukturellem Druck aus rückläufigen Absatzzahlen und steigendem Regulierungsaufwand gleichzeitig.

Indikator Wert Zeitraum/Quelle
Heizungswärmepumpen installiert (AT) 35.846 Stück (−21,86 %) 2025, Handwerk und Bau
Brauchwasser-Wärmepumpen installiert (AT) 9.483 Stück (+4,28 %) 2025, Handwerk und Bau
Gesamtmarkt Heizungsanlagen (AT) −11 % 2025, HLK
Auftragseingänge Installateure (AT) −4,8 % nominell 1. Halbjahr 2025, KMU Forschung Austria
Ø Stundensatz Installateur Wien 90 € (Spanne: 57–138 €) Jul–Nov 2025, AK-Erhebung Wien
Produktionswert SHK-Branche (AT) 7.523 Mio. EUR Mai 2026, Statistik Austria

Quellen: Handwerk und Bau, HLK, KMU Forschung Austria, AK Wien, Statistik Austria (Mai 2026)

Welche Normen gelten zusätzlich zur F-Gase-Verordnung für Trinkwasser und Heizung?

Neben der F-Gase-Verordnung bleibt die technische Normenwelt für Installateure komplex. Trinkwasserinstallationen in Österreich unterliegen der ÖNORM EN 806 in fünf Teilen sowie der nationalen Ergänzungsnorm ÖNORM B 2531. Diese Normen sind unabhängig von der F-Gase-Regulierung verbindlich.

Für Wiener Heizungsbetriebe bedeutet das ein paralleles Normensystem: Auf der einen Seite die europäische Kältemittelregulierung nach Verordnung (EU) 2024/573, auf der anderen Seite nationale Trinkwassernormen wie ÖNORM B 2531, die spezifisch österreichische Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Trinkwasseranlagen definieren. Wer beide Regelwerke vollständig abdeckt, benötigt entsprechend qualifiziertes und aktuell geschultes Personal. Die Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker bietet über die WKO Orientierung zu Zertifizierungswegen an, die Umsetzung liegt jedoch bei jedem Betrieb individuell. Für Auftraggeber ist das relevant, weil nicht jeder Installateur automatisch alle Zertifikate für alle Tätigkeitsbereiche besitzt. Vor der Auftragsvergabe lohnt sich eine gezielte Nachfrage, welche spezifischen Zertifizierungen ein Betrieb tatsächlich vorweisen kann.

Häufige Fragen

Ab wann gilt die F-Gase-Zertifizierungspflicht für Propan-Wärmepumpen?

Die Pflicht besteht seit Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2024/573 am 11. März 2024 in Österreich. Neue Zertifizierungsprogramme mussten bis September 2025 eingerichtet sein. Wer R290-Anlagen installiert, benötigt seitdem eine gültige Personenzertifizierung.

Darf R410A noch in bestehenden Anlagen verwendet werden?

Das Verbot gilt für neue Geräte ab dem 1. Januar 2025. Bestehende Anlagen, die bereits mit R410A betrieben werden, dürfen für Wartung und Befüllung weiter bedient werden, solange die betreffenden Fachkräfte zertifiziert sind.

Wie viele Wärmepumpen wurden 2026 in Österreich installiert?

Laut Handwerk und Bau wurden 2025 insgesamt 35.846 Heizungswärmepumpen installiert, was einem Rückgang von 21,86 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Brauchwasser-Wärmepumpen legten dagegen um 4,28 Prozent auf 9.483 Stück zu.

Was kostet ein Installateur in Wien im Notdienst?

Laut AK-Erhebung Wien aus dem Zeitraum Juli bis November 2025 können im Notdienst-Thermenservice bis zu 522 Euro pro Stunde anfallen. Der Durchschnittssatz für reguläre Installationsarbeiten liegt bei 90 Euro pro Stunde.

Wie viele Betriebe gibt es in der SHK-Branche in Österreich?

Die Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker zählt österreichweit 6.880 Mitgliedsbetriebe mit insgesamt 40.400 Beschäftigten. Der Gesamtmarkt erzielte laut Statistik Austria im Mai 2026 einen Produktionswert von 7.523 Millionen Euro.

Fazit

Die F-Gase-Verordnung ist kein bürokratisches Randthema, sondern ein struktureller Einschnitt für die Wiener Heizungsbranche. Zertifizierungspflichten für natürliche Kältemittel, das R410A-Verbot in Neugeräten und sinkende Auftragseingänge treffen eine Branche, die 2025 bereits einen Markteinbruch von 21,86 Prozent beim Wärmepumpenabsatz verkraftete. Wer als Auftraggeber einen Installateur in Wien beauftragt, sollte konkret nach aktuellen F-Gase-Zertifikaten fragen. Das Portal wieninstallateur.at kann dabei als erster Anlaufpunkt dienen, um geprüfte und lizenzierte Betriebe in allen 23 Bezirken zu finden.

Wichtiger Hinweis

  • Dieser Artikel gibt einen redaktionellen Überblick über regulatorische Entwicklungen und Marktdaten. Er ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Fachberatung. Für verbindliche Auskunft zu Zertifizierungspflichten nach Verordnung (EU) 2024/573 wenden Sie sich an die Bundesinnung der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker oder einen zugelassenen Rechtsberater.

Wie solche Anforderungen in der Praxis umgesetzt werden, zeigt sich beispielhaft bei : Installateur Wien – geprüfte Fachbetriebe & 24h Notdienst — Installateur Wien gesucht? Geprüfte Fachbetriebe für Gas, Wasser, Heizung & Sanitär in allen 23 Bezirken. Thermenwartung. Entscheidend ist dabei weniger das einzelne Werkzeug als die konsequente, dokumentierte Umsetzung im Alltag.

Quellen

  • https://wieninstallateur.at/
  • https://www.wko.at/wirinstallateure/zertifizierung-fluorierte-treibhausgase-f-gase
  • https://www.handwerkundbau.at/markt/waermepumpen-marktuebersicht-2025/
  • https://hlk.co.at/heizung/waermepumpenabsatz-2025-in-europa/
  • https://verhandelt.at/blog/installateur-preise-ak-studie-oesterreich-2025
  • https://www.klimavergleich.at/blog/blog-fgas.html

Stand: 07. Oktober 2026